Gangstörung und Fallneigung –
Wenn die Beine nicht mehr so wollen wie Sie
Vielleicht kommt Ihnen das bekannt vor: Sie fühlen sich beim Gehen unsicher, brauchen mehr Konzentration für jeden Schritt oder haben das Gefühl, das Bein macht nicht richtig mit. Manchmal stolpern Sie, ohne genau zu wissen, warum. Treppen, unebener Boden oder Dunkelheit werden zur Herausforderung.

Viele Betroffene beschreiben es so:

„Ich traue meinen Beinen nicht mehr – jeder Schritt könnte der sein, bei dem ich falle.“
„Früher bin ich einfach losgelaufen. Heute muss ich jeden Schritt planen.“

Eine Gangstörung mit Fallneigung ist kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Symptom, das bei vielen neurologischen (oder orthopädischen) Erkrankungen auftreten kann – etwa nach Schlaganfall, Hirnblutung, Polyneuropathie, Multiple Sklerose, Bandscheibenvorfall, Spinalkanalstenosen oder Rückenmarksverletzung.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • was eine Gangstörung auszeichnet
  • warum es zur Fallneigung kommt
  • welche Rolle dabei Nerven, Muskeln und Wahrnehmung spielen
  • wie NeuroLife mit EMG-getriggerter Elektrostimulation helfen kann
  • welche nächsten Schritte sinnvoll sind

Was versteht man unter einer Gangstörung?

Von einer Gangstörung spricht man, wenn das Gehen nicht mehr flüssig, sicher und selbstverständlich abläuft. Diese kann unterschiedlich aussehen, zum Beispiel:

    • kleine, unsichere Schritte („Trippelgang“)
    • ein Bein wird nachgezogen
    • der Fuß hebt sich nicht ausreichend (Fußheberschwäche)
    • der Fuß rollt nicht mehr richtig ab
    • das Bein wirkt steif oder wie „blockiert“
    • das Gleichgewicht ist instabil, besonders beim Umdrehen oder beim Richtungswechsel

    Häufig kommt eine Fallneigung hinzu:
    Sie haben das Gefühl, jederzeit stürzen zu können, oder sind bereits mehrfach gestürzt.

    Fallneigung

    – Ursachen

    Sturzgefahr entsteht meist durch eine Kombination aus:

    • Muskelschwäche – Bein oder Fuß können das Körpergewicht nicht sicher tragen
    • Fehlender Kontrolle – das Bein setzt nicht dort auf, wo Sie es erwarten
    • Sensibilitätsstörungen – der Boden wird zu spät oder zu ungenau wahrgenommen
    • Veränderter Muskelspannung – zu schlaff oder zu spastisch
    • Koordinationsproblemen – besonders bei Richtungswechseln, Drehen oder unebenem Untergrund
    • Angst – die wiederum das Bewegungsmuster verkrampft und unsicher macht

    Die gute Nachricht:
    Viele dieser Faktoren sind trainierbar – insbesondere, wenn man gezielt an Muskelaktivität, Nervensteuerung und Gangmuster arbeitet.

    Gangstörung im Alltag

    – wie fühlt sich das an?

    Eine Gangstörung betrifft nicht nur die Beine, sondern den ganzen Alltag. Typische Aussagen sind:

    • „Ich gehe nur noch Wege, bei denen ich mich festhalten kann.“
    • „Allein die Vorstellung vom Treppensteigen macht mir Angst.“
    • „Ich vermeide Menschenmengen, weil ich Angst habe zu stürzen.“

    Das führt häufig zu:

    • weniger Bewegung
    • Rückzug aus sozialem Miteinander
    • Verlust an Selbstständigkeit und Lebensqualität

    Deshalb ist es so wichtig, Gangstörungen und Fallneigung nicht einfach hinzunehmen, sondern aktiv anzusprechen und zu behandeln.

     

    Ursachen für Gangstörungen

    – woher kommt das?

    Gangstörungen können viele Ursachen haben. Einige Gründe sind:

    • Schlaganfall oder Hirnblutung
      – Halbseitenlähmung, Muskelschwäche, Spastiken, gestörte Koordination
    • Polyneuropathie
      – Kribbeln, Taubheitsgefühle, brennende Schmerzen in Füßen und Beinen, schlechtes Bodengefühl
    • Multiple Sklerose (MS)
      – Unsicherheit, Spastik, Ermüdung, Schwäche in Bein oder Fuß
    • Bandscheibenvorfall und Nervenwurzelreizungen
      – Lähmungserscheinungen, Fußheberschwäche, Gefühlsstörungen
    • Rückenmarksverletzungen
      – Lähmungen, Muskelspastik, sensomotorische Ausfälle
    • Parkinson-Syndrom(e) und andere neurologische Erkrankungen
      – kleine Schritte, Start- und Stopp-Schwierigkeiten, Gleichgewichtsstörung
    • Spinalkanalstenose

    Die Ursachen haben eine Gemeinsamkeit:
    Die Steuerung von Nerven, Muskeln und Wahrnehmung ist gestört – und damit die Fähigkeit, sicher zu gehen.

     

    Können sich Gangstörungen wieder bessern?

    Ja, in vielen Fällen ist eine Verbesserung möglich.
    Die Gangstörung selbst ist kein unveränderliches Schicksal, sondern das Resultat aus:

    Ja, in vielen Fällen ist eine Verbesserung möglich.
    Die Gangstörung selbst ist kein unveränderliches Schicksal, sondern das Resultat aus:

    • zugrunde liegender Grunderkrankung (z. B. Schlaganfall, PNP, MS)
    • aktuellen Muskel- und Nervenfunktionen
    • eingeübten Bewegungsmustern durch Fehlhaltungen
    • eventuell ungünstigen Kompensationsstrategien

    Auch wenn die ursächliche Erkrankung selbst ggf. nicht heilbar ist, lässt sich die Gangstörung häufig deutlich verbessern. Ziele sind zum Beispiel:

    • sicherer gehen
    • seltener stolpern
    • Stürze vermeiden
    • längere Strecken schaffen
    • wieder mehr Alltag allein meistern

    Hier setzt die Therapie von NeuroLife an.

    Wie NeuroLife bei Gangstörung und Fallneigung aufgrund neurologischer Ursachen helfen kann

    NeuroLife arbeitet mit EMG-getriggerter Elektrostimulation mit Biofeedback, einer speziellen Form der funktionellen Elektrostimulation.

    Das Ziel ist, das Zusammenspiel von Nerv, Muskel und Gehirn so zu trainieren, dass:

    • Muskeln in Beinen und Füßen besser angesteuert werden können
    • Gangmuster stabiler und kraftvoller werden
    • das Gleichgewicht unterstützt wird
    • die Fallneigung reduziert wird


    Das Prinzip:

    1. Elektroden werden an den Muskeln, die für das Gehen benötigt werden angebracht, zum Beispiel an Oberschenkel- oder Unterschenkelmuskeln.
    2. Sie versuchen aktiv, eine Bewegung auszuführen bzw. anzusteuern – etwa den Fuß anzuheben, das Bein zu strecken oder einen Schritt zu machen.
    3. Das Gerät misst dabei kleinste elektrische Signale Ihrer Muskulatur (EMG).
    4. Sobald eine ausreichende Restaktivität erkannt wird, löst das Gerät automatisch einen Stimulationsimpuls aus. Wenn keine Aktivität mehr erkannt wird, kann NeuroLife die Möglichkeit nutzen, dass Potential Ihrer gesunden Extremität abzuleiten
    5. Der Muskel zieht sich zusammen – die Bewegung wird verstärkt und für Sie deutlich spürbar. Dadurch wird der Muskel gestärkt. Unser Ziel ist es, dass Sie im Laufe der Therapie die Bewegung wieder selbst auslösen können.


    So entsteht eine Lernschleife:

    Ihr Bewegungswille → messbare Aktivität im Muskel → Verstärkung durch Stimulationsimpuls → sichtbare Bewegung → klares Feedback für das Gehirn.

    Durch viele Wiederholungen können Gehirn und Nervensystem neue Bewegungsmuster lernen und vorhandene Ressourcen besser nutzen. In Kombination mit gangbezogenen Übungen kann das Gehen so sicherer und effizienter werden.

    Patientinnen und Patienten nutzen ein Heimtherapiegerät, mit dem sie nach Einweisung täglich selbstständig trainieren. NeuroLife begleitet Sie fachlich, passt Einstellungen an und unterstützt bei der Integration in Ihren Alltag.

    Wie genau die Behandlung abläuft, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und wie Sie ein Gerät erhalten, erfahren Sie ausführlich auf der Seite Behandlung.

    Vorher–Nachher-Videos:
    Sichtbare Veränderungen

    Diese Videos sollen Mut machen – sie zeigen echte Menschen, echte Gesichtslähmung und echte Veränderungen. Keine Wunderversprechen, sondern realistische Chancen.

    Für wen ist die NeuroLife-Therapie geeignet?

    Die Therapie bei NeuroLife kann unter anderem sinnvoll sein bei:

    • Gangstörung/Lähmung nach Schlaganfall oder Hirnblutung
    • Gangunsicherheit bei Polyneuropathie (z. B. Kribbeln, Taubheit in Füßen und Beinen)
    • Gangstörungen bei Multiple Sklerose
    • Lähmungserscheinungen in den Armen oder Beinen und Fußheberschwäche nach Bandscheibenvorfall
    • Gangstörungen nach Rückenmarksverletzung oder anderen neurologischen Erkrankungen

    Ob eine EMG-getriggerte Elektrostimulation bei Ihnen in Frage kommt können Sie auch gerne in einem persönlichen Gespräch oder über eine Nachricht erfragen.

    Neurolife kennenlernen

    NeuroLife Therapietechnik ist spezialisiert auf Lähmungen, Gefühlsempfindungsstörungen und neuromuskuläre Funktionsstörungen. Ziel ist immer, Ihre Funktion im Alltag zu verbessern – nicht nur Messwerte auf dem Papier.

    Im Mittelpunkt stehen:

    • EMG-getriggerte Elektrostimulation mit Biofeedback
    • ein strukturiertes, alltagsnahes Heimtraining
    • persönliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die Sie über einen längeren Zeitraum begleiten

    Mehr über das Team, die Arbeitsweise und die Therapiephilosophie:

    Gangstörung und Fallneigung – Ihr nächster Schritt

    Vielleicht fragen Sie sich:

    • „Ist das jetzt einfach das Alter – oder kann man noch etwas tun?“
    • „Ich bin schon gestürzt – wie kann ich verhindern, dass das wieder passiert?“
    • „Kann Elektrostimulation bei meiner Gangstörung überhaupt helfen?“


    Diese Fragen lassen sich am besten im persönlichen Gespräch klären.

    Gangstörungen und Fallneigung sind ernst zu nehmen – aber sie sind nicht einfach hinzunehmen. Oft ist mehr Verbesserung möglich, als man zunächst glaubt, wenn Nerven, Muskeln und Gehirn gezielt trainiert bzw. die Kommunikation gefördert/unterstützt wird.

    Werden Sie aktiv – wir sind für Sie da

    Sie haben Fragen oder wünschen ein persönliches Gespräch? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

    Wir freuen uns darauf, Sie persönlich kennenzulernen und mit Ihnen gemeinsam den Weg zurück zu mehr Stabilität, Mobilität und Lebensqualität zu gehen.

    FAQ zu Gangstörung und Fallneigung

    1. Was versteht man unter einer Gangstörung?

    Eine Gangstörung liegt vor, wenn das Gehen nicht mehr flüssig und sicher abläuft. Das kann sich durch kleine Schritte, Nachziehen eines Beins, unsicheres Auftreten, fehlendes Abrollen oder Gleichgewichtsprobleme äußern.

    Häufige Ursachen sind neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Hirnblutung, Polyneuropathie, Multiple Sklerose oder Parkinson, aber auch Bandscheibenvorfälle, Muskelschwäche oder Rückenmarksverletzungen. Eine genaue ärztliche Abklärung ist wichtig.

    Fallneigung entsteht durch eine Kombination aus Muskelschwäche, gestörter Nervenfunktion, Sensibilitätsstörungen, Gleichgewichtsproblemen und Unsicherheit. Das Gehirn erhält nicht alle Informationen, die es für eine stabile Steuerung der Bewegung braucht.

    Ja, in vielen Fällen lässt sich eine Gangstörung durch gezieltes Training, Physiotherapie und innovative Therapieverfahren verbessern. Auch wenn die Grunderkrankung bleibt, kann die Gangsicherheit im Alltag häufig deutlich verbessert werden.

    NeuroLife nutzt EMG-getriggerte Elektrostimulation, um Muskeln in Beinen und Füßen gezielt zu aktivieren und das Zusammenspiel von Nerv und Muskel zu trainieren. In Kombination mit der funktionellen EMG-getriggerten Elektrostimulations-Therapie kann das Gangbild stabiler werden und die Fallneigung abnehmen.

    Gefällt Ihnen der Artikel? Dann teilen Sie ihn gerne: