Erektionsstörungen

Wenn Nerven und Beckenboden nicht mehr richtig mitmachen

Erektionsprobleme gehören zu den Themen, über die viele Männer ungern sprechen. Trotzdem sind sie häufig – und sie können Männer jeder Altersgruppe betreffen. Typische Aussagen sind:

„Seit meiner Bandscheiben-OP funktioniert meine Erektion nicht mehr wie früher.“

„Ich bekomme manchmal eine Erektion, aber sie hält nicht.“

„Ich habe das Gefühl, dass im Beckenbereich das Gefühl nachgelassen hat.“

Eine Erektionsstörung (erektile Dysfunktion) ist keine „Peinlichkeit“, sondern ein ernstzunehmendes medizinisches Symptom – oft mit mehreren Ursachen. Gerade bei neurologischen Grunderkrankungen, Operationen im Becken oder der Lendenwirbelsäule und Nervenschädigungen spielt NeuroLife eine besondere Rolle.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • was genau unter einer Erektionsstörung zu verstehen ist
  • welche Ursachen in Frage kommen – von Gefäßen über Nerven bis zum Lebensstil
  • warum eine fachärztliche Abklärung wichtig ist
  • welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt
  • wie NeuroLife mit funktioneller Elektrostimulation unterstützen kann

Was versteht man unter einer Erektionsstörung?

Von einer erektilen Dysfunktion / Erektionsstörung spricht man, wenn über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten wiederholt:

keine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zustande kommt
oder

eine Erektion nicht lange genug gehalten werden kann,

und das für den Betroffenen belastend ist.

Gelegentliche „Aussetzer“ sind normal. Eine Erektionsstörung liegt dann vor, wenn das Problem immer wieder auftritt und die Sexualität deutlich beeinträchtigt.

    Ursachen der Erektionsstörung – ein Überblick

    Erektionsstörungen sind meist multifaktoriell. Häufig greifen mehrere Ursachen ineinander:

    1. Gefäßerkrankungen (vaskulär)

    50–80 % der organischen Ursachen betreffen die arterielle Durchblutung:

    • Arteriosklerose (Gefäßverkalkung)
    • Bluthochdruck
    • Fettstoffwechselstörungen
    • Diabetes mellitus

    Die Folge: Es gelangt zu wenig Blut in die Schwellkörper oder der Abfluss ist zu früh erhöht.

    2. Neurologische Ursachen

    Hier liegt der Fokus von NeuroLife.

    • Nervenschädigungen durch Diabetes mellitus
    • Folgen von Operationen im Becken oder an der Lendenwirbelsäule (z. B. Bandscheiben-OP, Becken-OP)
    • Rückenmarksverletzungen
    • Multiple Sklerose, Polyneuropathien und andere neurologische Erkrankungen

    Die Nerven, die Beckenboden, Schwellkörper und Empfindung steuern, arbeiten nicht mehr wie zuvor.

    3. Hormonelle Faktoren

    • Testosteronmangel
    • andere endokrine Störungen

    können Libido und Erektionsfähigkeit beeinträchtigen.

    4. Psychogene Faktoren

    • Stress und Überlastung
    • Leistungsdruck („funktionieren müssen“)
    • Probleme in der Partnerschaft
    • Ängste, depressive Verstimmung

     

    können Erektionen verhindern oder instabil machen.

    5. Lebensstil

    • Rauchen
    • Übergewicht
    • Bewegungsmangel
    • übermäßiger Alkoholkonsum

     

    wirken sich ungünstig auf Gefäße, Hormone und Nerven aus.

    6. Medikamente

    Bestimmte Medikamente können Erektionsstörungen begünstigen, zum Beispiel:

    • einige Blutdrucksenker (z. B. Betablocker)
    • bestimmte Antidepressiva
    • andere Substanzen, die auf Gefäße oder Hormonsystem wirken

    Erektionsstörungen

    – sind oft belastend, denn:

    Eine Erektionsstörung betrifft nicht „nur“ die Sexualität. Viele Männer erleben:

    • ein gemindertes Selbstwertgefühl,
    • Rückzug aus der Partnerschaft oder aus Nähe,
    • Scham und das Gefühl, „nicht mehr richtig zu funktionieren“,
    • bis hin zu depressiven Symptomen.

     

    Weil Erektionsstörungen als Tabuthema gelten, wird häufig geschwiegen – auch beim Arztbesuch. Das führt dazu, dass:

     

    • Ursachen unentdeckt bleiben,
    • mögliche Behandlungen nicht genutzt werden,
    • der Leidensdruck unnötig lange anhält.

     

    Es lohnt sich, diesen Schritt zu gehen und die Situation offen anzusprechen – auch, weil eine Erektionsstörung Hinweis auf andere Erkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf, Stoffwechsel, Neurologie) sein kann.

    Diagnose

    Warum der Weg zum Urologen so wichtig ist

    Da eine Erektionsstörung oft Folge oder Begleitsymptom einer anderen Erkrankung ist, sollte sie medizinisch abgeklärt werden. Der erste Ansprechpartner ist in der Regel der Urologe.

    Typischer Ablauf:

    • Ausführliches Gespräch
      – Beschwerden, Dauer, Medikamentenliste, Vorerkrankungen (z. B. OPs im Becken / LWS, Diabetes, neurologische Erkrankungen)
    • Körperliche Untersuchung
      – Genitalbereich, Hoden, Prostata, Blutdruck, Gefäßstatus
    • Blutuntersuchung
      – z. B. Testosteron, Blutzucker, Blutfette, weitere Parameter

    Je nach Befund können weitere Untersuchungen folgen (z. B. Gefäßdiagnostik, neurologische Abklärung).

     

    Behandlungsmöglichkeiten bei Erektionsstörung – ein Überblick

    Die gute Nachricht: Es gibt eine Reihe wirksamer Optionen, die je nach Ursache kombiniert werden können.

    Medikamente – PDE-5-Hemmer

    Tabletten wie Sildenafil & Co. verbessern die Durchblutung in den Schwellkörpern. Sie wirken nicht „automatisch“, sondern unterstützen eine Erektion bei sexueller Erregung.

    Lebensstil verändern

    • Rauchen reduzieren oder aufgeben
    • Gewichtsabnahme und gesunde Ernährung
    • Regelmäßige Bewegung und Herz-Kreislauf-Training

    verbessern Gefäß- und Stoffwechselsituation – und damit häufig auch die Erektionsfunktion.

    Psychotherapie / Sexualtherapie

    Wenn psychische Faktoren eine Rolle spielen, kann eine:

    • verhaltenstherapeutische Unterstützung,
    • Paar- oder Sexualtherapie

    helfen, Leistungsdruck, Ängste und Partnerschaftsthemen zu bearbeiten.

    Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT)

    Eine gefäßaktive Substanz wird direkt in die Schwellkörper injiziert, um eine Erektion auszulösen. Wird in der Regel vom Urologen angeleitet und eingestellt.

    Funktionelle Elektrostimulation

    Hier setzt NeuroLife an – insbesondere bei neurologisch bedingter Erektionsstörung, etwa:

    Vakuumerektionshilfe

    Zur akuten und konservativen Behandlung kann eine Vakuumpumpe eingesetzt werden. Sie ist ein anerkanntes Hilfsmittel und zeigt in etwa 90 % der Fälle Erfolg.

    Vorher–Nachher-Videos:
    Fortschritte sehen, Hoffnung spüren

    Hier sehen Sie Vorher–Nachher-Videos von Patientinnen und Patienten, die nach einem Schlaganfall unter Lähmungen litten.

    Wie funktioniert eine Vakuumerektionshilfe?

    • Über eine mechanische oder elektrische Pumpe wird ein Unterdruck (Vakuum) im Zylinder um den Penis erzeugt.
    • Durch den Unterdruck fließt Blut in die Schwellkörper – eine Erektion entsteht.
    • Ein Spannungsring an der Peniswurzel verhindert, dass das Blut zu schnell wieder abfließt, und hält so die Erektion für eine begrenzte Zeit aufrecht.

     

    Kontraindikationen für die Nutzung einer Vakuumtherapie:

    • anhaltende Schmerzen im Penis
    • alle Formen sexuell übertragbarer Erkrankungen
    • Drogenkonsum oder Alkoholmissbrauch
    • Einnahme bestimmter Blutgerinnungsmittel

    Wie erhalte ich eine Erektionshilfe??

    Die Vakuumerektionshilfe ist ein anerkanntes Hilfsmittel und kann von einem Arzt verordnet werden.

    Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eine Erektionshilfe über diese Webseite von NeuroLife direkt zu erwerben.

    Werden Sie aktiv – wir sind für Sie da

    Sie haben Fragen oder wünschen ein persönliches Gespräch? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

    Wir freuen uns darauf, Sie persönlich kennenzulernen und mit Ihnen gemeinsam den Weg zurück zu mehr Stabilität, Mobilität und Lebensqualität zu gehen.

    FAQ: Erektionsstörungen

    1. Was ist eine Erektionsstörung?

    Von einer Erektionsstörung spricht man, wenn über mindestens sechs Monate wiederholt keine oder keine ausreichend stabile Erektion für den Geschlechtsverkehr erreicht werden kann und dies als belastend erlebt wird.

    Häufig sind Gefäßveränderungen, neurologische Schäden (zum Beispiel nach Operationen im Becken oder an der LWS), Hormonstörungen, psychische Faktoren, ungünstiger Lebensstil und bestimmte Medikamente beteiligt. Oft wirken mehrere Ursachen zusammen.

    Wenn Erektionsprobleme über mehrere Monate immer wieder auftreten, die Sexualität einschränken oder mit weiteren Beschwerden einhergehen, sollten Sie einen Urologen aufsuchen. Eine Abklärung ist wichtig, da auch andere Erkrankungen dahinterstecken können.

    Das hängt von der Grunderkrankung und dem Ausmaß der Nervenschädigung ab. Oft lassen sich Kontinenz und Alltag durch eine Kombination aus medizinischer Behandlung, Verhaltenstraining, Beckenbodentraining und funktioneller Elektrostimulation spürbar verbessern.

    NeuroLife unterstützt vor allem Erektionsstörungen mit neurologischer Ursache, zum Beispiel nach Rücken- oder Beckenoperationen. Mit EMG-gestützter Elektrostimulation und Beckenbodentraining wird das Zusammenspiel von Nerven, Muskulatur und Körperwahrnehmung gezielt trainiert.

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